Solitude-Chor Stuttgart
Vox Zambezi
Leitung: Klaus Breuninger
19.07.2014 19:00 Uhr
Programm (mit Einleger) und Fotogalerie
David Fanshawe wurde 1942 in England geboren. Für seine Ausbildung besuchte er die St. George’s Chorschule und Stowe. 1965 gewann er ein Stipendium des Royal College of Musik und studierte Komposition bei John Lambert.
Seine Zuneigung zur Volksmusik erwachte 1966 im Mittleren Osten und wurde intensiver während seinen Reisen durch Nord und Ost Afrika. In Afrika konnte er die Aufführungen von mehr als 100 Volksstämmen auf Band aufnehmen. Das Ergebnis seiner Arbeit war Thema von vielen Dokumentarfilmen bei BBC. Außerdem hat er über 50 Werbetrailer geschrieben. Seine Aufnahmen kann man in Filmen wie „Sieben Jahre in Tibet“ und „Gangs von New York“ hören.
Fanshawe starb am 6. Juli 2010 nach einem Schlaganfall.
[Quelle: http://www.fanshawe.com]
African Sanctus ist ein universelles Werk mit der einfachen Botschaft: die treibende Kraft ist der Glaube an eine gemeinsame Musik – an den einen Gott. Das Werk entführt den Zuhörer in die afrikanische Musik und ihre Beziehung zur westlichen Polyphonie. Es ist ein Ereignis, ein Fest der Kraft und Energie, für David Fanshawe gibt es keine musikalischen Barrieren.
In African Sanctus wird die lateinische Messe mit traditioneller afrikanischer Musik in Einklang gebracht, die der Komponist auf seinen legendären Reisen auf dem Nil zwischen 1969 und 1973 aufgenommen hat. Die Musik aus Ägypten, dem Sudan, Uganda und Kenia ist das Gegenstück zu dem Chor, der Sopransolistin und des Instrumentalensembles. Das Werk spiegelt in 13 Abschnitten geographisch die Wallfahrt des Komponisten wieder: vom Mittelmeer zum Victoriasee, vom Kyrie (das Kairo repräsentieren soll) bis hin zum Sanctus (Nord-Uganda).
Dieses Werk werden wir zusammen mit Vox Zambezi aus Sambia aufführen!
[Quelle:http://www.africansanctus.com]
Ein vielseitiges Repertoire aus alten und neuen, bekannten und unbekannten Songs. Neben tollen Renaissance-Stücken erwarten Sie auch Werke der derzeitigen Megastars der Chorszene Eric Whitacre und Morten Lauridsen.
Das „Ave Maris Stella“ wurde von dem flämischen Renaissance-Komponisten Guillaume Dufay (1397-1474) verfasst. Wie viele seiner Werke ist es im Fauxbourdon gesetzt, d. h. durch weitgehende Parallelität der Stimmen gekennzeichnet. Diese Technik sicherte die Verständlichkeit des Textes "Ave maris stella" ("Meerstern, sei gegrüßt"). zur Hörprobe
Der nächste Renaissance-Komponisten in unserer Reihe ist Jacobus Gallus (1550-1591), dessen kompositorisches Schaffen Messen, Madrigale, Passionen und Motetten umfasst und stark von der venezianischen Mehrchörigkeit geprägt ist. Eine Motette, die wir im Workshop erarbeiten möchten, ist das wortgewaltige „Ecce quomodo moritur iustus“. Den Text dazu schrieb der aus Slowenien stammende Gallus selbst. Als traditioneller Karfreitagsgesang beweint er passend zur Grablegung den Tod Christi als unverständliche Tat, die dem einzig gerechten von einer ungerechten Welt zugefügt wurde. Vor der Einführung des Euro in Slowenien war Jacobus Gallus übrigens auf einer slowenischen Banknote abgebildet! zur Hörprobe
Das heute wohl bekannteste „Ave verum corpus“ ist sicherlich das von W. A. Mozart. Wir möchten uns aber in unserem Workshop vom 15.-20. Juli 2014 dem „Ave verum corpus“ des Engländers William Byrd (1540-1623) zuwenden, einem Zeitgenossen Shakespeares. Er war ein bedeutender katholischer Kirchenkomponist, in dessen Schaffen die Chormusik eine zentrale Stelle einnahm. Und so betrachten viele Byrds erstmalig 1605 veröffentlichte Motette „Ave verum corpus“ als seine bedeutendste Komposition. Zum Originaltext aus dem 14. Jahrhundert fügte er noch folgenden Text hinzu: „O dulcis, o pie, o Jesu, fili Mariae, miserere mei.“ („Oh Süßer, oh Barmherziger, oh Jesus, Marias Sohn, sei mir gnädig“). zur Hörprobe
Wie eine Vertonung des Textes "Ave Maris Stella" knapp 450 Jahre nach Guillaume Dufays Werk klingen kann, werden wir an Edvard Grieg (1843-1907) erfahren, das wir im Workshop erarbeiten möchten. Ursprünglich für Solostimme und Piano in einer dänischen Übersetzung komponiert, arrangierte er es im Dezember 1898 als A-capella-Chorwerk in lateinischer Sprache. Griegs feine dynamische Phrasierung, das flexible Tempo und die chromatischen Harmonien repräsentieren dabei die musikalische Romantik par excellence. Besonders bemerkenswert sind die gelegentlichen sanften Echos, zuerst durch die Männer, später durch die Frauen. zur Hörprobe
Zu den derzeitigen Megastars der Chorszene zählt ohne Frage der Amerikaner Morten Lauridsen (*1943). Besonders bekannt ist sein 1994 entstandenes „O Magnum Mysterium“ mit seinem mystisch-geheimnisvollen, irgendwie „himmlischen“ Charakter. Die ätherischen Reibungsklänge und langgezogenen, breiten Melodielinien mischen sich zu täuschend einfachen Harmonien – ein Markenzeichen Lauridsens. Und daher darf diese Komposition bei unserem Streifzug durch fünf Jahrhunderte Chormusik auf keinen Fall fehlen – auch wenn der Text von der Geburt Jesu erzählt und somit nicht so richtig in den Sommer passen möchte. zur Hörprobe
Weltweit bekannt wurde der amerikanische Komponist und Dirigent Eric Whitacre (*1970) durch seine Arbeit mit virtuellen Chören, deren chorale Gemeinschaft per Internet hergestellt wird. Zu ihren Stücken zählt u. a. „Sleep“, das wir – physisch und nicht virtuell – bei unserem Workshop erarbeiten möchten. 2011 wurde es im Rahmen seines Virtual Choir-Projekts als Video online gestellt. Es besteht aus Aufnahmen von 2.052 Internetnutzern bzw. Sängern aus 58 Ländern. zur Hörprobe
Genau wie bei einem Großteil seiner 300 Chorkompositionen basiert auch der Text der Motette „I will praise Thee, o Lord“ (1957/58) des norwegischen Komponisten Knut Nystedt (*1915) auf einem biblischen Psalm des Alten Testaments. Nystedt selbst sagte über seine Kompositionen: „Die menschliche Stimme hat doch fantastische Möglichkeiten, eine reichere Ausdrucksskala als sie in bisheriger Chorpraxis genutzt wurde. Ich begab mich also in eine neue Welt des Chorklangs, man könnte von einer Art Kaleidoskop sprechen, um ganz neue Klangfarben zu entdecken.“ zur Hörprobe